What would you do?
Stell dir bitte folgendes vor:
Du
hast deinen Samstagabend im Kino verbracht und du hast einen bewegenden
Film angeschaut. Nach dem Kinofilm fährst du deine Freundin nach Hause.
Danach bist du alleine im Auto auf dem Heimweg. Du freust dich auf dein
Bett, weil es schon spät ist und du eine anstrengende Woche hinter dir
hast. Du fährst also den gewohnten Weg nach Hause und bist in Gedanken
noch dabei den Kinofilm zu verarbeiten, da siehst du plötzlich einen
Fremden am Straßenrand liegen, der offensichtlich da nicht liegen sollte.
Was würdest du tun?
Würdest du anhalten ohne auszusteigen, einfach nur um zu "gaffen"?
Würdest du einfach weiterfahren und so tun, als ob du nichts gesehen hast?
Oder würdest du am Straßenrand halten, aus dem Auto aussteigen und nachsehen ob und inwiefern du helfen kannst?
Bitte entscheide dich für eine Möglichkeit bevor du weiterliest.
Wie du eventuell erraten konntest, habe ich
mich für die letztere Variante entschieden... und ich musste dafür noch nicht
einmal lange nachdenken. Für mich war das selbstverständlich.
Spinnen wir das Ganze weiter...
... du steigst also aus und bemerkst, dass
der vor dir liegende Fremde sich nicht mehr bewegt. Im ersten Moment schießt
dir durch den Kopf, dass er vielleicht tot ist. Du versuchst ihn unter allen
Umständen wach zu bekommen und fühlst seinen Puls und schaust, ob er noch
atmet. Du bemerkst, dass er lebt, aber sehr betrunken ist und sehr tief
schläft. Selbst nachdem du ihn angeschrien hast und versucht hast ihn
wachzurütteln, will er nicht aufwachen.
Du willst einen Krankenwagen rufen, da hält
ein anderes Auto hinter dir und du bist froh, dass jemand bemerkt hat, dass du
Hilfe brauchst.
Du erklärst demjenigen der aus dem Auto
aussteigt, was in den letzten Minuten vorgefallen ist und fragst ihn, da er
offensichtlich Einheimisch ist, ob du einen Krankenwagen rufen sollst, oder die
Polizei.
Unerwarteterweise stottert dieser nur Unverständliches vor sich hin, meint dann abschließend zu dir: " wenn dem kalt ist, dann wacht der schon von alleine wieder auf, kannst den da so liegen lassen", steigt daraufhin in sein Auto und fährt los.
Nun bist du also wieder alleine mit dem Fremden, der sich seitdem keinen Meter bewegt hat. Du bist unentschlossen was du tun sollst und versuchst deshalb Autos anzuhalten, die dich ständig passieren. Aufgrund der Tatsache, dass du dein Auto mitten auf der Straße hast stehen lassen, müssen diese Autos langsam fahren und haben genug Zeit zu sehen, dass neben dir auf dem Boden jemand liegt und du offensichtlich Hilfe benötigst- Zeit zum "gaffen" ist immer.
( Hier sei noch angemerkt, dass du mit einem deutschen Kennzeichen durch Irland fährst, was DER Hinweis ist, dass du hier fremd bist)
Jedes Mal wenn ein Auto an dir vorbeifährt hoffst du, dass es anhält. Du denkst, dass die Chancen ziemlich hoch sind, da die Straße vielbefahren ist.
... es passieren dich immer mehr Autos ... du bist verunsichert... du bist alleine... und du bist total aufgewühlt von dem Kinofilm... du bist in einem Schockzustand... dir beginnen Tränen das Gesicht runterzulaufen...
Es kommen dir 3 Jugendliche entgegen... du versuchst ihnen zu erklären was passiert ist. Sie sind total besoffen. Der eine fällt sogar auf den schlafenden Fremden am Boden...
Plötzlich hast du also 3 besoffene Jugendliche, die viel zu jung zum Trinken sind und einen am Boden liegenden Fremden in deiner Verantwortung... mitlerweile bist du mehr oder weniger überfordert und willst einen Krankenwagen rufen.
Die drei Jungen laufen weiter... du kümmerst dich nicht um sie und startest einen letzten Versuch jemaden anzuhalten, der dir hilft.
Ein roter Kastenwagen nähert sich- du springst ihm beinahe vor's Auto. Er bremst nicht einmal... und fährt einfach an dir vorbei.
Du hast aufgegeben und entscheidest dich dazu den Krankenwagen zu rufen. Da hält ein Auto am Straßenrand in dem 2 junge Frauen und 2 junge Männer sitzen. Endlich- du kannst ihnen erklären was vorgefallen ist und sie rufen einen Krankenwagen.
Plötzlich hält ein weiteres Auto am Straßenrand. Eine Frau steigt aus. Sie verbreitet Chaos und Durcheinander, lässt ihr Auto genau so stehen, dass kein Auto mehr passieren kann. Sie ruft die Polizei. Währenddessen telefoniert der junge Mann immernoch mit dem "Notruf".
Die Polizei kommt. Sie hält und macht das Blaulicht an...
Sie versuchen den Fremden aufzuwecken. Es gelingt ihnen nicht... es sind 15 Minuten vergangen... und der junge Mann diskutiert immernoch mit dem "Notruf".
Letztendlich übernimmt die Polizei die Verantwortung für den Fremden am Boden und das Telefonat mit dem "Notruf".
... ein kleiner Scherz am Ende:
Der rote Kastenwagen fährt nocheinmal an dir vorbei, als die Polizei schon da ist... er sieht das Blaulicht und fährt langsamer um zu "gaffen" und du kannst es nicht glauben...
Sag du mir nun, was du getan hättest, wärst du eins der vorbeifahrenden Autos gewesen?
Hättest du angehalten? Hättest du geholfen, wo jemand offensichtlich deine Hilfe braucht?
Ich hoffe es.
Würdest du nicht auch hoffen, dass dir in so einer Situation jemand hilft? Sei es, dass du die junge Frau bist, die verzweifelt versucht jemanden auf sich aufmerksam zu machen, oder sei es, dass du der am Boden liegende Fremde bist...
Würdest du nicht zumindest für dein Kind hoffen, dass ihm jemand hilft?
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